Abgeblitzt: Facebook und Mozilla wenden sich gegen Flash Player

Jörg Mucke
Von Jörg Mucke Juli 15, 2015 Updated

Abgeblitzt: Facebook und Mozilla wenden sich gegen Flash Player

Es wird etwas fehlen. Das gefühlt tägliche Update für den Adobe Flash Player könnte bald Geschichte sein. Denn die momentan gehäufte Zahl kritischer Sicherheitslücken der Software hat das Fass offenbar zum Überlaufen gebracht. Big Player der digitalen Welt wie Facebook und Mozilla wollen den Flash Player nicht mehr.

Die Zahl der Updates für den Flash Player ist Legion. Die Software dient dazu, Videos, Animationen und Werbung darzustellen, die mit Flash programmiert wurden. Sie findet sich, als Programm auf dem Computer installiert oder als Browser-Plug-in, auf nahezu jedem Computer – und das ist auch ihr größter Fehler. Gerade weil er so omnipräsent ist, lieben Hacker den Flash Player. Schon seit Jahren gilt er als Einfallstor für Viren, Trojaner und Schlimmeres, sein größter Kritiker war Steve Jobs. Der verkündete bereits 2010, dass Flash nicht für Touchscreen-Geräte tauge und daher nicht auf iPhone und iPad zu finden sei. Flash sei zu instabil und unsicher. Auf Apple-Computern ließ Jobs die Software nur zähneknirschend zu.

Facebook fordert das Ende von Flash

Mit seiner grundsätzlichen Ablehnung stand Jobs lange allein da. Die digitale Welt murrte zwar, nutzte Flash aber weiter. Doch in den vergangenen Wochen musste Adobe in einem derartigen Tempo Sicherheitswarnungen rausschicken, dass selbst die geduldigsten User und Programmierer irritiert auf ihren Bildschirm starrten. Noch schlimmer: Adobe verkündete mehrmals, dass die Lücke zwar erkannt, das Sicherheitsupdate aber nicht sofort zu Verfügung stände. Experten rieten, den Flash Player zu deinstallieren oder zumindest zu deaktivieren. Eigentlich der Todeskuss für eine Software.

Das fand auch Alex Stamos, immerhin der Sicherheitschef von Facebook. Er twitterte, es sei Zeit für Adobe, das Ende von Flash zu verkünden.


Der Support-Chef von Mozilla, Entwickler von Firefox, erklärte, dass Flash bis auf Weiteres in allen Versionen des Browsers standardmäßig deaktiviert sei.

Wird man das Aus von Flash bemerken?

Flash ist Geschichte, Adobe sträubt sich nur noch gegen das unausweichliche Ende. Aber wird das Internet noch dasselbe sein, wenn Flash verschwindet? Sicher, denn der Abgang der Software läuft schon. Immer mehr Webseiten und Portale nutzen bereits HTML5 für bewegte Bilder. Wer keinen Flash Player nutzt, merkt das auf Youtube zum Beispiel gar nicht. Videos werden dann automatisch in HTML5 abgespielt. Viel auffälliger wird sein, dass das tägliche Sicherheits-Update wegfällt.

Foto: Screenshot von get.adobe.com/de/flashplayer/

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Jörg Mucke
Von Jörg Mucke Juli 15, 2015 Updated