Content Commerce: Erlebnisshopping im Onlineshop

Matthias Lotzin
Von Matthias Lotzin Juli 30, 2015

Content Commerce: Erlebnisshopping im Onlineshop

Nur bestellen war gestern: Onlineshops müssen heute ein Einkaufserlebnis bieten, um bei ihren Kunden die Lust aufs Shoppen zu wecken und sich von der Konkurrenz abzuheben. Dementsprechend ist Content Commerce aktuell der Trend überhaupt im Onlinehandel. Content Commerce – das bedeutet, Einkaufen im Internet zum Erlebnis zu machen, die User an den eigenen Shop zu binden und eine höhere Conversion Rate zu generieren.

Von der analogen Welt lernen, heißt manchmal eben doch noch siegen lernen. Der stationäre Handel macht es vor, indem er Einkaufen zum Einkaufserlebnis macht, seinen Kunden eine sinnliche Erlebniswelt bietet und somit emotionalisiert. Das weckt die Freude am Shoppen, auch wenn vielleicht gar kein Einkauf geplant war, und macht das eigene Geschäft im besten Fall unverwechselbar.

Auf den E-Commerce zugeschnittenes Content Marketing

Genau darum geht es bei Content Commerce. Content Commerce ist im Prinzip nichts anderes als Content Marketing speziell für den E-Commerce-Bereich, wird daher auch als Content-Driven E-Commerce bezeichnet. Onlineshopping soll kein nüchterner Einkaufsprozess mehr sein, bei dem User ein paar Produktinfos erhalten und dann durch den Bestellvorgang geleitet werden. Das Einkaufen im Onlineshop soll vielmehr Spaß machen – das Ziel dabei ist natürlich, dass die Umsätze steigen.

Content Commerce schafft das, indem er hochwertige Inhalte bereitstellt, die den User informieren, inspirieren, unterhalten und überraschen. Auf diese Weise kommen Emotionen ins Spiel, der Besuch des Shops wird zu einem angenehmen Erlebnis und die Verweildauer erhöht sich. Im besten Fall werden Kunden zu Käufen angeregt, empfehlen den Shop weiter und halten ihm die Treue, da sie mit ihm positive Empfindungen verknüpfen.

Content und Produkte bilden eine Einheit

Dass Content auch im Shop Pflicht ist, haben die meisten Onlinehändler erkannt. Content Commerce ist aber mehr als ein paar Produkttexte und eine an den Shop angeflanschte Microsite mit 08/15-Ratgebertexten. Die Idee ist es, Kunden abzuholen, die noch gar keine Kaufentscheidung getroffen haben. Dazu bietet man ihnen relevante, originelle Inhalte, und präsentiert seine Produkte idealerweise um diesen Content herum. Wirkliche Erlebniswelten treten nur zu Tage, wenn Produkt- und Inhaltebereich weitestgehend miteinander verschmelzen, nicht wenn sie voneinander getrennt sind.

Positiver Nebeneffekt: Content Commerce verbessert die Sichtbarkeit bei Google. Entsprechend gestaltete Shops tauchen nicht nur häufiger bei Suchanfragen zu konkreten Produkten auf, sondern auch wenn User nach allgemeinen Informationen suchen.

Content für den Onlineshop kann viele Gesichter haben

Wie beim Content Marketing geht es beim Content Commerce darum, Geschichten rund um das eigene Unternehmen und die Produkte zu erzählen. Kunden lassen sich nicht mit penetranter Werbung gewinnen, sondern mit authentischem Storytelling, mit einem originellem Mix aus Fakten, Nutzwert und Emotionalem. Inhalte und Tonalität müssen zu Firma und Angebot passen, damit sich keine Glaubwürdigkeitsschere auftut.

Damit Onlineshopping wirklich zu einem sinnlichen Erlebnis wird, gilt es verschiedene Formen des Contents darzureichen und zu kombinieren. Content Commerce ist mehr, als nur (hochwertige) Texte parat zu stellen. Lookbooks, virtuelle Stilberater und Anproben, Videos, Tutorials, User-generated Content nicht nur in Form von Bewertungen – Content für den Onlineshop kann und sollte vielerlei Gesichter haben. Gesellen sich dann Witz, Originalität und Liebe zum Detail dazu, und sind die Inhalte ein dauerhafter Begleiter beim Bummeln im Onlineshop, wird das Einkaufen zum Shoppingerlebnis. Zu einem Erlebnis, das die User gern wiederholen und weiterempfehlen.

Foto: Thinkstock, stk32850bsr, Stockbyte, George Doyle

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