Der digitale Presserückblick

Matthias Lotzin
Von Matthias Lotzin November 20, 2015

Der digitale Presserückblick

Facebook macht Sex mit dem Ex schwieriger und gibt Nachrichten eine Stunde, Twitter adaptiert Facebook im Adaptieren und ein Anwalt redet in der Arschloch-Affäre Klartext – in der Presseschau.

Abstandhalter und Radiergummi-Message

„Das perfekte Facebook-Feature für alle frisch getrennten Paare kommt!“, jubelt die Onlineausgabe von „Grazia“ – und da wollen wir mitjubeln. Worum es geht? „Nach der Trennung dauernd auf Facebook an den Ex erinnert werden? Nervig! Aber ,entfreunden‘ ist doch auch zu kindisch. Facebook hat da jetzt eine Lösung!“, erklärt „Grazia“. Nämlich das „See less“-Feature. Das funktioniert so: „Wenn man den Beziehungsstatus nach dem Beziehungsende ändert, sollen einem zukünftig verschiedene Optionen angezeigt werden zum Beispiel: ,See less‘ – also weniger von der Person zu sehen, ohne sie gleich drastisch ,entfreunden‘ zu müssen.“ Das finden wir gut, denn schließlich sind wir doch erwachsen und können weiterhin Freunde bleiben…

Offenbar ist „See less“ nicht das Einzige, was Facebook da gerade testet. „Futurebiz“ entnehmen wir, dass sich auch „selbstzerstörende Nachrichten à la Snapchat für den Facebook Messenger“ in der Erprobung befänden. Es gebe einen „kleinen Test in Frankreich, bei dem Facebook Messenger Nachrichten automatisch nach einer Stunde gelöscht werden“. Damit zeige sich wieder einmal: „Facebook ist sehr gut darin, Technologien zu adaptieren und auf die Nutzungsgewohnheiten seiner Nutzer und seiner Apps zu übertragen.“ Und vielleicht, orakelt „Futurebiz“, gebe es ja „in naher Zukunft auch selbstzerstörende Facebook Beiträge“ – die Beiträge an den Ex etwa, die sich im Nachhinein etwas komisch lesen…

Sei schlau, klau auf dem Bau

Was Facebook kann, kann Twitter schon lange – neue Features zu testen, die nicht wirklich neu sind, sondern von den Mitbewerbern – äh – adaptiert sind. Wie „Meedia“ berichtet, „scheint der 140-Zeichen-Dienst wie Facebook mit Emojis zu experimentieren“. Demnach sei einem „Twitter-User die neue Option aufgefallen: Plötzlich stand die Möglichkeit zur Verfügung, auf Tweets mit zwölf Emojis zu reagieren“. Das finden wir fast noch besser als die putzigen Herzen, die jüngst bei Twitter die Favoriten-Sterne abgelöst haben. Doch allmählich verlieren wir den Überblick, wer da was von wem klaut – was aber eigentlich auch egal ist, wenn es bald in allen Netzwerken gleich ausschaut.

Die Arschloch-Affäre und du

Die „Welt“ hat sich von ihrem Autoren Matthias Matussek getrennt, weil dieser seine Chefs als „Arschloch“ bezeichnet haben soll, und da fragen sich natürlich viele: Blüht mir das auch, wenn ich im Meeting mal kurz die Contenance verliere? Antworten liefert ein Arbeitsrechtler im Interview mit dem Werbe-Portal wuv.de. Der antwortet nun aber, wie Anwälte halt so antworten: „Es kommt also immer auf die konkrete Situation an“. Aha! Immerhin erfahren wir, „dass nicht jedes gefallenes Schimpfwort gleich ein Kündigungsgrund ist“, das hätten Arbeitsgerichte „zigfach entschieden“. Gut zu wissen, schließlich kommt gerade der Chef um die Ecke. Der findet unseren jüngsten Facebook-Post „durchgeknallt“, der kriegt jetzt was zu hören…

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