Der digitale Presserückblick

Matthias Lotzin
Von Matthias Lotzin Januar 8, 2016

Der digitale Presserückblick

Mark Zuckerberg hat zu viel „Iron Man“ geguckt, „Spiegel Online“ hat die Zitate-Nase vorn, und der neueste Instagram-Shit treibt uns zum Bäcker – viel Spaß mit der Presseschau!

Ein Messenger für alle und ein Butler für Mark Zuckerberg

Facebook, immer wieder Facebook: Daran ändert sich auch im neuen Jahr nichts. Wie das soziale Netzwerk in seinem Newsroom mitteilt, hat der Facebook Messenger Ende 2015 die Marke von 800 Millionen Usern geknackt. Nicht schlecht – erst recht, wenn man noch die 900 Millionen Nutzer des zu Facebook gehörenden Messengers WhatsApp hinzuzählt. Doch der Appetit des Unternehmens ist noch lange nicht gestillt, wie unter anderem die Onlineausgabe der „Berliner Morgenpost“ berichtet. Demnach will Facebook seinen Messenger „zu einer Plattform auszubauen, mit der alle möglichen Dinge abgewickelt werden. Andere Dienste sollen damit überflüssig werden“. Via Facebook Messenger werde es bald möglich sein, „etwa einen Tisch im Restaurant zu reservieren oder ein Reiseziel fürs Wochenende auszuwählen und gleich zu buchen. Der Messenger könnte auch zur Plattform für den Kundenservice von Unternehmen werden.“ Zudem setze Facebook verstärkt auf künstliche Intelligenz – und damit sind wir auch schon beim Firmenchef.

Der heißt bekanntlich Mark Zuckerberg und nimmt sich für jedes Jahr etwas Neues vor – was er natürlich via Facebook kundtut. Die Herausforderung für 2016: „Mark Zuckerberg bastelt an künstlichem Butler à la ,Iron Man‘“, wie die Onlineausgabe der „Süddeutschen Zeitung“ schreibt. Zuckerberg wolle „sein Zuhause mithilfe künstlicher Intelligenz steuern. Er habe sich für dieses Jahr vorgenommen, einen digitalen Assistenten zu programmieren“. Der Facebook-Gründer „denke dabei an etwas Ähnliches wie den Computer Jarvis von ,Iron Man‘ Tony Stark, der diesem in den Filmen immer zu Diensten war“. Zuckerberg wolle „dem System zunächst beibringen, Sprache zu verstehen, um so Musik, Beleuchtung oder Temperatur steuern zu können“. Außerdem solle der Assistent Freunde von Zuckerberg erkennen können und hereinlassen, wenn sie an seiner Tür klingeln. Und auch „seine neugeborene Tochter Max muss sich wohl auf intensive intelligente Überwachung einstellen“, so die „Süddeutsche“ weiter. „Der Computer solle ihm auch Bescheid geben, sobald in ihrem Zimmer etwas nicht stimme.“ In diesem Punkt können wir dem jungen Vater mit einem Tipp weiterhelfen: Ein solches Künstliche-Intelligenz-System gibt es schon. Es nennt sich Babyphone…

Das Maß aller Online-Dinge

Spieglein, Spieglein an der Wand, welches ist das meistzitierte Onlinemedium im Land? Es ist „Spiegel Online“, wie wir horizont.net entnehmen. Das News-Portal sei im vergangenen Jahr 344 Mal von anderen Medien zitiert worden und damit „das Maß der Dinge“. Im Internet schaffe es „lediglich das Hamburger Portal, die Berichterstattung zu beeinflussen“. Die dahinter platzierten „Zeit Online“, netzpolitik.org, dild.de und „Focus Online“ kämen „zusammen gerade einmal auf 131 Zitate“. Auch im Printbereich führe der „Spiegel“ das Zitate-Ranking an. Die Verluste gegenüber dem Vorjahr seien jedoch enorm, die Springer-Titel „Bild am Sonntag“ und „Welt“ hätten dagegen „deutlich zugelegt“.

Datenkrake für Einsteiger

Das ZDF hat sich der „Weltmacht Google“ angenommen – in der gleichnamigen WISO-Doku und der interaktiven Webstory „Google – Unheimlich nützlich“. Der Erkenntnisgewinn hält sich in Grenzen. Dass Google „mit seiner Suchmaschine eine monopolähnliche Stellung“ hat und dass wir „dem Konzern mit jeder Nutzung eine Vielzahl an Daten – und damit eine Fülle an Informationen über uns“ übermitteln, das sind nicht gerade Breaking News. Einen guten allgemeinen Überblick über die Aktivitäten des Konzerns liefern Doku und Webstory dennoch. Wie schreibt zdf.de vermutlich zu Recht in Bezug auf Googles Datensammelei: „Vielen Menschen ist das nicht bewusst“.

Brot und Spiele

Und jetzt zu den wirklich wichtigen Dingen im Leben: Was geht gerade bei Instagram? Dem österreichischen Lifestyle-Portal „City4U“ entnehmen wir: „,Facepalm‘ war gestern, ,Breadfacing‘ ist der neue Shit auf Instagram.“ Von „Facepalm“ haben wir noch nie gehört, was aber egal ist, da offenbar eine alte Kamelle. Der neue Shit, der interessiert uns. Wir erfahren: „Eine junge, anonyme New Yorkerin brachte es damit innerhalb weniger Tage auf mehr als 29.000 Follower. Was sie dafür macht? Sie wälzt ihr Gesicht in Brot…“ Und natürlich liefert „City4U“ gleich die „5 spannendsten ,Breadface‘-Momente im Bild mit. Und damit endet die erste Presseschau des neuen Jahres auch, denn wir müssen schleunigst zum Bäcker. Frisches Brot kaufen…

Foto: Thinkstock, 128013166, Wavebreak Media, Wavebreakmedia Ltd

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