Der digitale Presserückblick:
Die Woche mit Facebook, Twitter, Kindern im Netz, Apple und Geschlechtskrankheiten

Matthias Lotzin
Von Matthias Lotzin Juni 26, 2015 Updated

Der digitale Presserückblick: </br> Die Woche mit Facebook, Twitter, Kindern im Netz, Apple und Geschlechtskrankheiten

Welche Themen waren diese Woche heiß, worüber hat die Branche geredet, welche News und Meldungen sollte man nicht verpasst haben? TESTROOM hat sich wieder umgesehen und bittet zur Presserückschau auf die digitale Kalenderwoche 26. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen.

Facebook kann’s auch von hinten

Kein Gesicht zu sehen? Kein Problem. „Facebook will Nutzer auch von hinten erkennen“, unter dieser Überschrift berichtet „Spiegel Online“ über eine neue experimentelle Gesichtserkennung des sozialen Netzwerkes. Facebook-Forscher wollen eine Methode entwickelt haben, mit der sich auch Personen auf Fotos identifizieren lassen, deren Gesicht verdeckt ist oder die im Moment der Aufnahme von der Kamera weggedreht waren. Die Software soll nicht nur Gesichter analysieren, sondern auch „Faktoren wie Körperhaltung, Kleidung und Kameraperspektive“, so „Spiegel Online“. Das Onlinemagazin zitiert den Facebook-Entwickler Yann LeCun, der sagt: „Leute haben charakteristische Merkmale, auch wenn man sie von hinten sieht“. So könne man zum Beispiel, soll LeCun ausgeführt haben, „Marc Zuckerberg sehr einfach erkennen, weil er immer ein graues T-Shirt trägt“. Was macht die Gesichtserkennung aber, falls der Facebook-Chef mal ein schwarzes Shirt anhat?

Twitter jongliert mit Werbeformaten

Der rote Zahlen schreibende Kurznachrichtendienst Twitter ist wild am Experimentieren, um mit neuen Features für Werbetreibende bald schwarze Zahlen zu schreiben. Derzeit in der Erprobung sind sogenannte Produktseiten und Kollektionen, schreibt unter anderem absatzwirtschaft.de. Hinter den Produktseiten, so das Branchenportal, verbirgt sich Folgendes: „Bilder, Videos und Informationen zum Produkt sowie eine Kaufoptionen werden dabei gebündelt auf einer eigenen Profilseite dargestellt und können von dem jeweiligen Unternehmen wie ein Tweet geteilt werden.“ Die Kollektionen gehen noch einen Schritt weiter, hier können Unternehmen und auch sogenannte Influencer wie etwa Promis mehrere Produkte in einer Sammlung zusammenfassen. Beispiele für die beiden neuen Test-Features, mit denen Twitter zusätzliche Werbeeinnahmen erzielen möchte, zeigt das Netzwerk in seinem Firmenblog.

Die Dreijährigen erobern das Netz

Über die Studie „Kinder in der digitalen Welt“ des uns bis dato nicht bekannten Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet berichtet etwa „Zeit Online“. Demnach sind bereits 55 Prozent der Achtjährigen online, 37 Prozent von ihnen mehrmals in der Woche oder sogar täglich. Bei den Sechsjährigen sind es 28 Prozent, von den Dreijährigen ist immerhin jeder Zehnte im Netz unterwegs. Gleichzeitig erklärten „nur 52 Prozent der Eltern aller Milieus“, sich mit dem Internet auszukennen, so „Zeit Online“ weiter. Bei den Familien „mit einfacher formaler Bildung“ seien es gar lediglich 27 Prozent. Da müssen wohl die Kleinen mal den Großen zeigen, wie das alles so funktioniert.

Apple knickt ein und macht E.T. Probleme

Im Presserückblick der vergangenen Woche berichteten wir darüber, dass Apple Ärger mit den kleinen Labels hat, weil die Plattenfirmen während der dreimonatigen Gratis-Testphase von Apples Musik-Streaming-Dienst Apple Music leer ausgehen sollten. Jetzt hat Apple reagiert und will doch zahlen. Allerdings reagierte der Konzern nicht auf die Kritik der Indie-Labels, sondern auf die Schelte der Sängerin Taylor Swift, wie unter anderem in der Onlineausgabe der „Süddeutschen Zeitung“ zu lesen ist. US-Megastar Swift wollte sein Album „1989“ nicht über Apple anbieten, und schon knickte der Konzern ein. Die Moral von der Geschichte: Die kleinen und unbekannten Bands hätten noch so viel schreien können, die sind dem Major Apple offenbar total egal.

Der Streit mit den Plattenfirmen scheint beendet, nun scheint Apple sich mit dem wohl berühmtesten Außerirdischen anlegen zu wollen. Wie wir der Onlineausgabe von „Focus“ entnehmen, will das Unternehmen womöglich „in einem der nächsten iPhones den physischen Home-Button unter dem Display abschaffen“. Immer um einen schlechten Witz bemüht, fragen wir uns: Wie soll dann der arme E.T. mit seinem neuen iPhone nach Hause telefonieren?

Geschlechtskrankheiten-Ampel zum Überziehen

Und noch etwas Abseitiges, eigentlich kein Digitalthema, aber es geht um Sex, und wir haben es online bei bild.de gelesen, das soll als Aufhänger reichen. Worum es geht? Drei Jungs im Alter von 13 bis 14 Jahren haben ein Kondom entwickelt, das übergestreift wie eine Geschlechtskrankheiten-Ampel funktioniert. Oder wie bild.de gewohnt kurz und bündig zusammenfasst: „Wird es grün, hat der Träger Chlamydien. Bei Herpes wird es gelb, blau bei Syphilis, lila bei Humanen Papillomviren.“ Erneut stellen wir uns Fragen: Sind die Drei nicht ein bisschen zu jung für so etwas? Und was ist, wenn er mehrere Geschlechtskrankheiten hat oder sie eine beisteuert? Gibt’s dann einen Regenbogen?

Foto: Thinkstock, 128013166, Wavebreak Media, Wavebreakmedia Ltd

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Matthias Lotzin
Von Matthias Lotzin Juni 26, 2015 Updated