Google führt „Mobile Friendly“-Kennzeichnung in Suchergebnissen ein

Björn Tantau
Von Björn Tantau Dezember 2, 2014 Updated

Google führt „Mobile Friendly“-Kennzeichnung in Suchergebnissen ein

Lange wurde er herbeigeredet, seit einiger Zeit scheint er tatsächlich Realität zu sein: Der Durchbruch des mobilen Internets. Schaut man sich die Wachstumszahlen bei den Smartphone-Verkäufen an und wirft man einen Blick auf die rasante Entwicklung des mobilen Datenverkehrs, dann wird deutlich: Das mobile Internet spielt mittlerweile eine gewichtige Rolle. Und weil immer mehr Menschen Inhalte aus dem Web auf Smartphones und Tablets konsumieren, müssen Internet-Seiten entsprechend mobil angepasst sein. Je einfacher solche Inhalte auf mobilen Endgeräten abgerufen werden können, desto besser ist das für die Benutzer, und aus diesem Grund ist die passende Aufbereitung der Inhalte auch für Google wichtig. Wird eine einfach zu benutzende mobile Website deshalb in Zukunft auch Rankingfaktor für die Google-Suche sein?

Schlechtere Suchergebnisse für nicht-mobile Seiten möglich

Durchaus denkbar, denn Google hat angekündigt, Websites in Suchergebnissen, die auf Smartphones angezeigt werden, entsprechend zu kennzeichnen. Diese Kennzeichnung ist auf den ersten Blick unspektakulär, denn es soll lediglich der Zusatz „Mobile-Friendly“ vor der inhaltlichen Kurzbeschreibung des Suchergebnisses angezeigt werden.

Was zunächst unscheinbar wirkt, ist auf den zweiten Blick ein sehr großer Schritt in die mobile Richtung. Mit der Kennzeichnung steigt nämlich der Druck auf Seitenbetreiber enorm. Wer es bisher nicht für nötig gehalten hat, seine Website für mobile Endgeräte anzupassen, wird in Zukunft Nachteile hinnehmen müssen.

Mit einer Kennzeichnung werden Websites, die bereits mobil optimiert sind, bevorzugt. Die Kennzeichnung reicht, denn die User nehmen sie aktiv war. Und wenn man selbst zwischen einer mobil angepassten Seite und einer nicht angepassten Seite auf dem Smartphone wählen muss, dann entscheidet sich die Mehrheit der User höchstwahrscheinlich für die angepasste Seite.

Google sammelt Daten und schließt darauf auf die Bedürfnisse der User

Aus diesem Verhalten kann Google dann Schlüsse ziehen und letztendlich tatsächlich einen Rankingfaktor einführen. Es spricht vieles dafür, dass Google feststellen wird, dass mehr User zum Beispiel vom Smartphone aus eher auf angepasste Seiten zugreifen und nicht für mobile Endgeräte optimierte Seiten vernachlässigen.

Google könnte dann unterstellen, dass dieses Verhalten grundsätzlich zutrifft und nicht optimierte Seiten grundsätzlich in den mobilen Suchergebnissen benachteiligt werden. Spätestens dann könnte aktiv und nachvollziehbar festgestellt werden, welche Websites grundsätzlich hochwertiger sind – eben weil sie mobil optimiert sind und damit zu einer positiven User Experience beitragen.

Google gibt sogar ein paar konkreten Empfehlungen, was eine Website unterlassen sollte, damit sie die Kennzeichnung „Mobile-Friendly“ bekommt:

  • Text ohne Zoomen lesbar
  • Kein Einsatz von Flash
  • Alle Inhalte auf Screen-Größe angepasst
  • Einfaches Öffnen („Klicken“) von Links

Bild: Thinkstock, Nensuria

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Björn Tantau
Von Björn Tantau Dezember 2, 2014 Updated