Google: Neues Panda-Update läuft bereits

Björn Tantau
Von Björn Tantau September 26, 2014

Google: Neues Panda-Update läuft bereits

Schon zu Beginn dieser Woche hat Google die neueste Version seines Panda-Algorithmus ausgerollt. Wie ein Google-Mitarbeiter auf Google+ berichtet, ist das aktuelle Panda-Update mit der Nummer 4.1 schon Anfang der Woche eingespielt worden und zieht dementsprechend bereits seine Kreise. Der neue Algorithmus soll weiter verbessert worden sein und Auswirkungen auf durchschnittlich drei bis fünf Prozent aller Websuchen haben. Je nach lokalen Besonderheiten kann dieser Wert allerdings verschieden sein. Diese Aussage deutet darauf hin, dass alle Google-Suchen weltweit von dem neuen Panda-Update betroffen sind und es nicht etwa Testläufe in einzelnen Regionen gibt oder gegeben hat. Solche Testläufe sind bei Google sehr beliebt, weil das Panda-Update aber schon in so vielen Versionen neu ausgerollt wurde, bestand für solche Tests offensichtlich keine Notwendigkeit.

Google greift erneut minderwertige Inhalte an

Laut Google sind im neuen Panda-Update das Feedback von Usern und Webmastern verarbeitet worden, entsprechend genau sollen die Justierungen sein, die man mit dem Update des Algorithmus erreichen will.

Ziel des Updates sind erneut Seiten mit minderwertigen Inhalten, allerdings sollen besonders kleine und mittlere Websites die Chance auf bessere Rankings bekommen – wenn sie über entsprechenden Content verfügen, der für die User wirklich von Vorteil ist.

Der Panda-Algorithmus wurde erstmals im Februar 2011 von Google veröffentlicht. Ziel war es schon damals, inhaltlich minderwertige Website aus den Suchergebnissen zu verbannen. Das Problem: Google selbst hat in der Suche kein eigenes Produkt, einzig die eigene Suche selbst sorgt dafür, dass extrem viele User Traffic auf Google verursachen.

Suchergebnisse von Google müssen hochwertig bleiben

Dieser Traffic wird in erster Linie dazu genutzt, um über zusätzliche bezahlte Suchergebnisse Umsätze zu Grund generieren. Das AdWords-Programm von Google existiert seit dem 23. Oktober 2000 und stellt seitdem die mit Abstand wichtigste Einnahmequelle für Google dar.

Wenn die Suchergebnisse von Google aber nicht möglichst hochwertig sind, dann leidet darunter die so oft von Google selbst beschworene „User Experience“. Unter allen Umständen will Google vermeiden, dass sich die User von den Suchergebnissen abwenden, denn dann könnten auch weniger bezahlte Suchergebnisse verkauft werden.

Die Folge wäre ein wirtschaftlicher Niedergang des Unternehmens, denn mit dem AdWords-Programm verdient Google einen Großteil seines Geldes. Das Panda-Update schlägt genau in diese Kerbe: Durch die ständige Optimierung der Suchergebnisse haben offensichtlich minderwertige Inhalte viel weniger Chancen, in der Google-Suche überhaupt stattzufinden.

Verstärkte Auswertung von User-Signalen

Neben dem Pinguin-Update war das Panda-Update aus diesem Grund eines der wichtigsten Updates überhaupt in der Geschichte von Google. Weil das Panda-Update inhaltlich unzureichende und minderwertige Websites immer besser aussieben kann, sind auch Content-Anbieter und Publisher mehr gefordert denn je.

War es vor einigen Jahren noch möglich, mit relativ einfachen Texten und ohne viel Aufwand inhaltlich erfolgreiche Websites und Portale aufzubauen, ist das spätestens mit dem Panda-Update sehr viel schwieriger geworden.

Neben eindeutigen User-Signalen, die direkt auf einer Website entstehen und von Google ausgewertet werden können, ist es vor allem der Inhalt selbst, den Google aufgrund großer Fortschritte besonders in Bezug auf semantische Zusammenhänge viel besser bewerten und entsprechend einordnen kann.

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Björn Tantau
Von Björn Tantau September 26, 2014