Ist Social SEO real oder nur ein Mythos?

Björn Tantau
Von Björn Tantau Oktober 23, 2014

Ist Social SEO real oder nur ein Mythos?

Social Media und Suchmaschinenoptimierung: Wie passt das zusammen? Zugegeben, einfach nur platt darauf zu hoffen, dass zum Beispiel eine Häufung von Likes, Kommentaren und Shares auch das Ranking einer Website bei Google beeinflussen, ist zu verkürzt gedacht. Dennoch gibt es Berührungspunkte zwischen den beiden Disziplinen und letztendlich ist es doch so, dass gute Inhalte in sozialen Netzwerken funktionieren – und das tun sie auch in der Google-Suche. Dabei geht es aber nicht darum, nur das eine oder das andere erreichen zu wollen. Erst die Kombination sorgt dafür, dass etwas wie „Social SEO“ wirklich entstehen kann. Entscheidend ist auch hier wieder der Content und nichts anderes. Ohne bestimmte technische Voraussetzungen aber kann das System nicht funktionieren. Die Frage aber bleibt: Ist Social SEO ein wirkliches Instrument, das den Online-Marketing-Mix beeinflussen kann?

Das Beste aus beiden Welten

Social SEO als erfolgsorientiere Kombination aus Social Media und Suchmaschinenoptimierung funktioniert, wenn man sich das Beste aus beiden Welten nimmt und positiv aufeinander wirken lässt. Beginnen wir mit SEO: Nur wer hier seine Hausaufgaben macht, hat echte Chancen, in der Google-Suche akzeptable Ergebnisse zu erhalten.

Je besser man mit seiner Website in der Google-Suche platziert ist, desto mehr Traffic bekommt die Seite. Und je besser man bei Google abschneidet, desto eher gibt es Verlinkungen auf freiwilliger Basis von anderen Websites. Erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung ist ein Muss, wenn man auffallen will.

Dabei passt das Wort „auffallen“ sehr gut in den Kontext von Social Media und Suchmaschinenoptimierung, denn Journalisten und andere Multiplikatoren recherchieren gern via Google oder versuchen, sich dort über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten. Bei Google stattzufinden ist also von Vorteil, denn so erreicht man die richtigen Leute deutlich besser.

Google schaut sich soziale Signale an

Das Finden einer Website via Google hat aber einen Nachteil, denn nicht alles, was nach dem Finden konsumiert wird, wird auch sofort in sozialen Netzwerken geteilt. Eines der größten Hemmnisse dafür ist oft das Fehlen von Möglichkeiten zum Teilen auf der Website direkt.

Man darf sich hier keinen Illusionen hingeben: Auch heute noch sind viele Websites nicht fit für Facebook und Co. – das Potenzial, was hier verloren geht, ist enorm. Ein simpler Button zum Teilen reicht oft schon und wenn es eine simple Definition für „Social SEO“ gäbe, dann könnte sie so lauten: „Methoden, um den Content auf einer Website für das Teilen in sozialen Netzwerken aufzubereiten.“

Grundsätzlich würde es sich dann um einen Teil der OnPage-Optimierung handeln. Und obwohl soziale Signale als Rankingfaktor für die Google-Suche noch immer umstritten sind, kann davon ausgegangen werden, dass Google sich zumindest die Zahlen anschaut, die öffentlich zugänglich sind und angezeigt werden.

Personalisierte Google-Suche von sozialen Signalen beeinflusst

Google schaut sich grundsätzlich alles an, was im Netz frei zugänglich ist und speichert es ab. Warum also sollte das nicht auch für soziale Signale gelten? Mit dem +1-Button hat Google dank Google+ selbst ein solches Instrument in der Hand und berücksichtigt die dort erzeugten Werte.

Vermutlich geschieht das noch nicht mit sehr starker Auswirkung auf die „normalen“ Suchergebnisse, wohl aber für die personalisierte Suche. Insofern ist Social SEO mindestens existent, wenn es um den Zusammenhang von Google+ und der Google-Suche geht. Doch reicht das aus, um Social SEO den Ritterschlag zu erteilen oder es als Mythos zu entlarven? Eine echte und nachhaltige Auswirkung sozialer Signale auf Suchergebnisse außerhalb der personalisierten Suche konnte bisher nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden.

Auf der anderen Seite spielt die personalisierte Suche mittlerweile eine große Rolle und auch im Bereich „Local SEO“ sind Signale aus sozialen Netzwerken, vor allem in Form von Nutzerbewertungen, wichtig.

Erstklassiger Content schneidet immer gut ab

Es geht also nicht darum, allein durch das Erzeugen sozialer Signale einen grundsätzlichen Effekt auf die Google-Suche zu erzeugen. Wer Social SEO wirklich erfolgreich für sich einsetzen will, muss mit Inhalten punkten, die bei den Usern stark konsumiert, entsprechend nachgefragt und geteilt werden.

Schaut man sich nämlich an, welche Inhalte in der Regel erfolgreich sind und eine große Reichweite erzielen, dann fällt fast immer auf, dass diese Inhalte sowohl bei Google als auch in sozialen Netzwerken gut abschneiden.

In diesem Zusammenhang stellt sich oft die Frage, ob eine bestimmte Website zuerst ein gutes Ranking hatte oder zuerst in sozialen Netzwerken erfolgreich war. Diese Frage zielt darauf ab, ob ein gutes Ranking bei Google die Verbreitung in sozialen Netzwerken begünstigt – und anders herum.

Weder Mythos noch Instrument

Die Frage ist interessant, sollte sich aber eigentlich nicht stellen – weil sie nicht von Relevanz ist. Fakt ist, dass hochwertige Inhalte fast immer gut abschneiden, unabhängig davon, wo sie in erster Instanz verbreitet wurden. Ob eine starke Verbreitung in Social Media für gute Rankings bei Google verantwortlich ist oder ob ein gutes Ranking bei Google auch für viel Traffic via Facebook und Co. sorgt, ist nicht wichtig.

Social SEO ist insofern kein Mythos – es ist aber auch kein echtes Instrument im Online-Marketing-Mix, sondern eher eine Strategie, die genutzt werden kann. Bei der Anwendung kommt es vor allem darauf an, Inhalte zu entwickeln, die möglichst genau auf die richtige Zielgruppe zugeschnitten und technisch zu 100 Prozent optimiert sind.

Nur so kann erreicht werden, dass der Content bei der Zielgruppe auf ein so großes Interesse trifft, dass es zu einer Verbreitung kommt – entweder über soziale Netzwerke, durch Verlinkungen auf anderen Websites oder durch Empfehlungen per E-Mail oder Instant Messaging.

Fazit

Beim Social SEO geht es letztendlich um Content, der genau so aufbereitet wird, dass er sich so weit wie möglich verbreiten kann und damit eine maximale Anzahl von sich für das Thema interessierte Personen aus der richtigen Zielgruppe erreicht. In Kombination mit der technischen Ausstattung einer Website und sinnvollen Vorbereitungen wie dem Seeding bei passenden Multiplikatoren und Influencern ist Social SEO als Strategie eine mächtiger Hebel, um die eigene Website bekannter zu machen und ihr mehr Reichweite zu verschaffen. Allerdings kann auch diese Strategie nur dann funktionieren, wenn sie letztendlich auf Inhalten basiert, die echte Mehrwerte und nützliche Vorteile bieten.

 

Foto: Thinkstock, iStock, Robert Churchill

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