Google+ vor dem Umbau: Aus eins mach drei

Matthias Lotzin
Von Matthias Lotzin März 3, 2015

Google+ vor dem Umbau: Aus eins mach drei

Google+ hat einen neuen Chef – und soll umgebaut werden. Der Chat-Dienst „Hangouts“ wird offenbar aus dem sozialen Netzwerk ausgegliedert, Google+ in die eigenständigen Bereiche „Photos“ und „Streams“ aufgeteilt.

Ende Februar hatte es Sundar Pichai bereits im Interview mit Forbes angedeutet, auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona legte Googles Senior Vice President nun nach und bestätigte: Google+ stehen umfangreiche Umbauarbeiten bevor. Die erste Maßnahme: Das soziale Netzwerk erhält einen neuen Chef – es bereits der dritte binnen Jahresfrist. Erst verließ vor rund einem Jahr der langjährige Google+-Produktchef Vic Gundotra das Unternehmen, nun muss sich sein Nachfolger David Besbris neuen Aufgaben innerhalb des Konzerns widmen.

Der Nachfolger des Nachfolgers, Bradley Horowitz, bestätigte jetzt seinen Amtsantritt – natürlich per Post bei Google+. Für Spekulationen sorgt nicht nur, was Horowitz dort schreibt, sondern auch, was nicht. Den Produktnamen „Google+“ verwendet er in seinem Antritts-Post nämlich nicht. Stattdessen verkündet er, sich zu freuen, künftig für „Google’s Photos and Streams products“ zuständig zu sein. Und er spricht von Veränderungen, die sich positiv sowohl auf die Produkte von Google als auch auf die Art und Weise, wie sie von den Usern genutzt werden können, auswirken.

Horowitz bestätigt damit, was Googles Top-Manager Pichai bei Forbes und auf dem MWC ankündigte. Google+ wird umstrukturiert. Der Videochat-Dienst Hangouts – ein beliebtes Werkzeug auch und gerade bei Unternehmen, Selbständigen und Fachleuten aller Branchen – soll ein separates Produkt werden. Den Fotobereich von Google+ will Google stärken und ausbauen, auch er soll ein eigenständiger Bereich werden. Gleiches gilt für den Komplex der sozialen Kommunikation bei Google+. Der dem News Feed von Facebook vergleichbare Bereich „Streams“, der die Beiträge, Diskussionen und „Circle“-Gruppen umfasst, soll ebenfalls eine wie auch immer gestaltete separate Sektion bilden.

Bleibt die Marke Google+ bestehen?

Wann der Umbau beginnt und was er letztendlich für Google+ bedeutet, dazu haben sich die Google-Manager bislang nicht klar geäußert. Die offizielle Linie lautet: Google arbeite ständig und weiter daran, das Produkt Google+ zu verbessern. Klar zu sein scheint: Die Kernfunktionen des Netzwerks werden nicht beerdigt, sondern im Gegenteil ausgebaut und optimiert. Wir sind gespannt, was dabei herauskommt – und ob es die Klammer Google+ dann noch gibt oder nur noch die neuen, eigenständigen Bereiche.

Foto: Screenshot plus.google.com

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