Social Sharing: glückliche User und mehr Reichweite durch geteilte Inhalte

Björn Tantau
Von Björn Tantau Juni 19, 2014

Social Sharing: glückliche User und mehr Reichweite durch geteilte Inhalte

„Das Glück ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt“, sagte einst Albert Schweitzer. Der Arzt und Friedensnobelpreisträger hätte im Traum nicht erahnen können, wie sich die Welt 50 Jahre nach ihm entwickelt hat. Sein Zitat aber ist zeitlos und gilt in den modernen digitalen Medien, auch wenn es neu interpretiert werden muss. Das Teilen von Inhalten in sozialen Netzwerken kann glücklich machen, wenn man eine Community hat, die man tagtäglich „beglücken“ will – oder muss. Von der Community kommt viel zurück: für Firmen und Unternehmen, die in sozialen Netzwerken aktiv sind, äußert sich dieses Glück in mehr Reichweite. Mehr Reichweite bedeutet, mehr potenzielle Konsumenten in der eigenen Zielgruppe zu erreichen. Letztlich äußert sich das immer in mehr Popularität und einer verbesserten Reputation. Doch welche Strategien lohnen sich, wenn es um „Social Sharing“ geht? Wie geht man vor, um möglichst erfolgreich zu sein? Welche Stolpersteine gilt es zu vermeiden und wie kann man dafür sorgen, dass aus einem Strohfeuer ein Flächenbrand wird?

Helfende Hände kommen immer gut an

Ist der geteilte Inhalt so gut, dass die eigene Community dafür dankbar ist? Klingt zu schwülstig? Keine Sorge, ist es nicht.

Fakt ist: wer den Menschen hilft und dafür sorgt, dass ein konkretes Problem gelöst ist, steigt im Ansehen dieser Menschen. Nicht mehr und nicht weniger muss das Ziel sein.

Wer im Ansehen den richtigen Leute aus der passenden Zielgruppe steigt und eine bessere Reputation als die Konkurrenz genießt, wird mit seinen Inhalten auch in Zukunft besser zu anderen durchdringen.

Ohne Vertrauen geht es nicht

Social Sharing bedeutet genau das: durch hochwertige Inhalte dauerhaft auf sich selbst aufmerksam machen. Dabei ist es egal, on ein Unternehmen, ein Konzern oder eine Privatperson im Fokus steht.

Es ist der erste Schritt in einer langen Wertschöpfungskette, denn dankbare Nutzerinnen und Nutzer sind viel eher bereit, bestimmte Inhalte auch selbst aktiv weiterzuverbreiten. Ohne ein gewisses Maß an Vertrauen zur Quelle eines Inhalts wird das aber nicht passieren.

Letztendlich geht es immer darum, was genau geteilt werden sollte. Aus Sicht eines Autors sind das grundsätzlich immer die eigenen Inhalte. Bei der Zielgruppe kommt aber nicht jede Geschichte gleich gut an.

Die Geschichte muss gut sein. Richtig gut!

Aus diesem Grund sind alle stets auf der Suche nach dem „Wow“-Effekt. Es geht um den einen Content, die Geschichte, die Story, die alles bisher Erlebte und Gelesene in den Schatten stellt.

Wenn ein Inhalt so gut ist, dass er einfach geteilt werden muss, hat man sein Ziel schon fast erreicht. Wir alle kennen diese Redewendung aus dem normalen Leben: „Der neue Film von XYZ ist so genial, den musst du einfach sehen!“ Das ist Social Sharing, wie es schon immer im ganz normalen Leben tagtäglich passiert und auch funktioniert.

Es funktioniert, weil wir dazu neigen, den Empfehlungen uns bekannter Menschen zu folgen und auf der anderen Seite mit Abneigung zu reagieren, wenn wir einen „Tipp“ von jemandem bekommen, dem wir nicht oder nur wenig vertrauen.

„Im Glanze anderer sonnen“

Social Sharing im Internet funktioniert genau so. Wer es zudem noch schafft, ein Produkt, eine Dienstleistung oder ein Event so publik und ansehnlich zu machen, dass die Menschen unbedingt in dessen Zusammenhang genannt werden wollen, hat es geschafft.

Hintergrund: Nutzerinnen und Nutzer in sozialen Netzwerken teilen Dinge, mit denen sie „sich sehen lassen“ wollen. Auch hier Parallelen zum normalen Leben: wer seinen Lieblings-Promi trifft, wird mit dieser Person auf jeden Fall auf einem Foto zu sehen sein wollen.

Trifft man aber eine Person, die man zwar kennt, mit der man aber nichts Positives verbindet, dann tritt dieser Effekt nicht ein. Mehr noch: beim Lieblings-Promi geht man selbst davon aus, dass der „Glanz“ dieser Person abfärbt und das man von Außenstehenden dafür beneidet wird.

Exklusive Inhalte als legitimes Lockmittel

Wer sich also im Internet nützlich oder sogar prestigeträchtig in Szene setzt, wird den Vorgang des Social Sharings noch mehr zum eigenen Vorteil nutzen können. Am Ende geht es immer darum, den Usern etwas zu bieten, was sie anderswo in dieser Form nicht bekommen.

Wenn das gelingt, dann werden die eigenen Inhalte geteilt. Ob das nun auf Facebook, Twitter oder Google+ geschieht, ist nicht wichtig, denn dieser Vorgang ist nicht nur auf soziale Netzwerke begrenzt.

Genauso gut können Inhalte in themenrelevanten Foren auftauchen, denn auch dort sprechen User miteinander und tauschen sich aus. Nicht erst seit Facebook und Co. ist Social Media ein Begriff: große Foren und Blogs nehmen diese Rolle schon seit Jahren ein.

Empathie für die eigene Zielgruppe zahlt sich aus

Wer will, dass die eigenen Inhalte geteilt werden, muss sich in die Zielgruppe hineinversetzen: „Würde ich das per E-Mail an einen Freund oder einen Bekannten weiterleiten?“ Lautet die Antwort auf diese Frage „Nein“, dann hat man ein Problem.

In diesem Fall muss nachgebessert und der Inhalt so angepasst werden, dass die Fragen mit „Ja“ beantwortet werden kann. Und auch wenn es schmerzlich erscheinen mag: nicht alle Inhalte sind dazu bestimmt, auch wirklich von anderen geteilt zu werden.

Das muss nicht zwingend tragisch sein, denn Social Sharing funktioniert auch als Gegenprobe. Wird ein Inhalte schlicht und ergreifend nicht weitergeleitet, dann hat er es auch nicht verdient – dennoch taugt ein solcher Content als Lehrbeispiel, um die eigene Content Strategie zu optimieren.

Emotionen sind der Schlüssel

Emotionen sind ein wichtiger Faktor. Neben dem „Wow“-Effekt, der übrigens auch maßgeblich von (positiven oder negativen) Gefühlen beeinflusst werden kann und neben der Tatsache, dass ein Inhalt immer einen bestimmten Zweck erfüllen und im Idealfall eine Lösung anbieten muss, ist die unmittelbare Reaktion der User auf Inhalte nicht immer vorherzusagen.

Auch das sollte bei einer Content Strategie vorab berücksichtigt werden. Wer nicht die richtige Emotion mit einem Artikel auslöst, kann auch nicht erwarten, dass ein solcher Inhalt geteilt wird.

Auch hier stellt Social Sharing wieder eine Art „Gatekeeper“ dar: wenn niemand reagiert, dann hat der Inhalte nicht funktioniert. Achtet man jedoch darauf, nützliche und lösungsorientierte Inhalte mit den richtigen Emotionen zu verknüpfen, kann Social Sharing als Katalysator Wunder vollbringen.

Nichts geht ohne die richtige Struktur

Inhalte sind ein Faktor, erfolgreiches Social Sharing steht und fällt aber auch mit der richtigen Struktur – und eine solche Struktur sollte konsistent sein. Postings in sozialen Netzwerken sollten deswegen grundsätzlich gleich oder zumindest immer ähnlich aufgebaut sein.

Außerdem muss der richtige Zeitpunkt beachtet werden. Es bringt nichts, die eigenen Inhalte zu einer Zeit zu veröffentlichen, in der die Zielgruppe nachweislich nicht aktiv ist (wie zum Beispiel nachts).

Hier mag es Ausnahmen geben, grundsätzlich aber müssen alle inhaltlichen Anstrengungen auf ein erfolgreiches Social Sharing einzahlen. Wer in eine leere Halle ruft, muss sich nicht wundern, wenn keine Antwort kommt – sondern bestenfalls ein Echo.

Fazit

Social Sharing funktioniert und kann sehr viel Reichweite erzeugen, wenn man die passenden Inhalte bei der richtigen Zielgruppe so unterbringt, dass sie dort „einschlagen“. Der Aufbau von Vertrauen und Reputation sorgt dafür, dass Konsumenten eher bereit sein, die Inhalte aktiv zu verbreiten.

Emotionen sind ein wichtiger Schlüssel. Je stärker sich ein potenzieller Konsument mit einem Thema identifizieren kann, desto eher ist er (oder sie) bereit, diesen Inhalt auch mit anderen zu teilen.

Letztlich spielt auch noch die Struktur eine entscheidende Rolle. Wenn man eine Form der Darstellung von Inhalten gefunden hat, die gut funktioniert, sollte man dabei bleiben und versuchen, die Form der Darstellung auszubauen und zu professionalisieren. Eine konsistente Posting-Struktur ist gut für die User, weil mit der Zeit ein unverwechselbarer Wiedererkennungswert entsteht.

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Björn Tantau
Von Björn Tantau Juni 19, 2014