Spotify: So bekommt der Musikdienst raus, was ihr am liebsten hört

Johannes Ehrenwerth
Von Johannes Ehrenwerth Dezember 23, 2015

Spotify: So bekommt der Musikdienst raus, was ihr am liebsten hört

Bei Spotify kriegt jeder User wöchentlich eine Liste mit Songs, die potentiell zu seinem oder ihrem individuellen Musikgeschmack passen. Oft sind diese Playlists verblüffend nah dran am tatsächlichen Gusto der Nutzer. Aber wie funktioniert das Suchverfahren des Musik-Streamers?

Vorschläge an die User – hier ist für jeden was dabei!

Jeder Spotify-Nutzer wird schon darüber gestolpert sein: Unter der Rubrik „Dein Mix der Woche“ stellt der Streaming-Dienst seinen Nutzern wöchentlich Musikvorschläge zur Verfügung. Die entsprechende Playlist umfasst rund 30 Songs, die den Geschmack des Nutzers möglichst präzise treffen sollen. Und wer sich seine persönliche Empfehlungs-Playlist einmal anschaut, wird feststellen, dass das meist überraschend gut gelingt.

Wie aber funktioniert das Auswahlverfahren hinter der Vorschlagliste? In einer Präsentation auf LinkedIn hat Spotifys Engineering Manager Chris Johnson kürzlich die Katze aus dem Sack gelassen. Er beschreibt in dem 50-seitigen Dokument den Vorgang, mit dem weltweit mehr als 75 Millionen User jede Woche mit einer individuellen Playlist versorgt werden.

Analysiert wird, was die Community auf Spotify interessiert

Selbst generierte Playlists von anderen Usern sind der erste Anlaufpunkt des Spotify-Algorithmus, der euch Woche für Woche mit neuen Songvorschlägen versorgt. Mehr als zwei Milliarden Listen werden von Spotifys Crawler nach Musik durchsucht, die ihr regelmäßig hört. Wird der Algorithmus fündig, schaut er sich an, ob es in derselben Playlist Songs gibt, die ihr noch nicht gehört habt, die euch aber interessieren könnten.

Daneben erstellt Spotify für jeden Nutzer ein präzises Geschmacksprofil nach Genres. Grobe Überkategorien helfen hier nicht weiter, deshalb wird Musik bei Spotify in extrem enge Genres eingeteilt. Zudem hilft eine eigene Software dabei, Texte auf Webseiten und Musik-Blogs zu analysieren, um Künstler und einzelne Songs noch genauer klassifizieren zu können.

Integrierter Schutz vor Ausreißern

Natürlich kommt es immer wieder vor, dass User Musik hören, die überhaupt nicht zu ihrem sonstigen Hörverhalten passt. Auch das erkennt die Software von Spotify und bezieht Genre-Ausreißer bei der Suche nach neuer, noch nicht gehörter Musik nicht mit ein. Wenn ihr bei der nächsten Party also über euren Spotify-Account Musik laufen lasst, die euch normalerweise nicht in die Kopfhörer kommt, werden die entsprechenden Interpreten mit ziemlicher Sicherheit nicht in eurer Tippliste auftauchen.

Falls das aber doch mal passiert, solltet ihr es leicht nehmen – immerhin macht es doch Spaß, neue Musik zu entdecken. Und das funktioniert auch ganz gut ohne intelligente Software.

 

Foto: Spotify GmbH

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