Digitaler Wandel: Was wird 2015 wichtig?

Jörg Mucke
Von Jörg Mucke März 9, 2015 Updated

Digitaler Wandel: Was wird 2015 wichtig?

Was bewegt die digitale Welt und damit unseren Alltag in diesem Jahr? Der „Digital Trends Report“ versucht Antworten auf diese Frage zu finden, die alle Marketer bewegt. TESTROOM stellt die Learnings aus der Studie vor und riskiert einen Blick in die nähere Zukunft.

Studien wie der „Digital Trends Report 2015“ von Hotwire PR versuchen, Veränderungen in der digitalen Welt rechtzeitig zu erkennen und auszuwerten. Immer deutlicher wird dabei, dass die Vielfalt der Kommunikationskanäle einerseits eine gezieltere Ansprache des Konsumenten ermöglicht, aber gleichzeitig seine Möglichkeiten verbessert, Informationen zu filtern.

Darin liegt die Herausforderung für den Marketing-Experten. Da der Konsument seine Informationen über digitale Kanäle immer unabhängiger und individueller nutzt, muss man wissen, wie er tickt. Sonst erreicht man ihn nicht.

Der schnelle digitale Wandel stellt Marketers vor große Herausforderungen

Der Content stimmt, doch wie kommt er zur Zielgruppe? Es gilt, die richtigen Kanäle zu wählen. Da jeder Konsument seine Vorlieben hat, ist eine Auswahlmöglichkeit erstrebenswert: Der eine mag Podcasts, der andere ein Whitepaper und wieder andere Videos. Die B2I-Kommunikation (Business to Individual) richtig zu steuern ist die Herausforderung.

Dabei muss eine Marke auf allen Kanälen ein einheitliches Bild bieten – vom Logo über Schriftarten bis hin zu Funktionalitäten. Diese Identität muss innen entstehen, damit sie draußen erlebt werden kann. Vom Mission Statement bis zum Redaktionsleitfaden sollte alles von einer Hand organisiert werden.

Welche neuen Geräte spielen dieses Jahr eine Rolle?

In den USA sind Wearables wie die Apple Watch schon viel angesagter als in Deutschland. Hier haben Marketingexperten noch Mühe, die immer größere Bedeutung von Mobile (Facebook macht mittlerweile 70 Prozent seiner Werbeumsätze über diesen Kanal) zu akzeptieren. Indikator: Nur knapp die Hälfte der Internetseiten in Deutschland sind responsive oder adaptive programmiert, also für mobile Nutzung optimiert. Und die Zukunft wird noch größere Herausforderungen bringen: Hat sich die Smartwatch erst einmal im Alltag durchgesetzt, wird selbst ein Tweet zu lang sein.

Wearables werden auch in einem weiteren Bereich eine große Bedeutung haben. Denn sie verhelfen möglicherweise dem Mobile Payment zum Durchbruch. Einfach das Handgelenk mit der Smartwatch hochhalten und schon hat man bezahlt. Der Konsument wird dadurch noch „gläserner“, denn er nutzt im Zweifels fall ein Mobile-Payment-System mit hoher Verbreitung (momentan sind Apple Pay und Google Wallet die Favoriten). Das ermöglicht noch präzisere Daten über das Kaufverhalten, und der Bedarf danach ist groß. Denn die Empfehlungen für Konsumenten, die sie über digitale Kanäle erhalten, müssen ebenfalls präziser werden. Dafür muss das Marketing lernen, die relevanten Daten zu erkennen. In der Folge könnte ein weiteres Szenario Normalität werden: Geofencing. Kommt man in die Nähe eines Geschäfts, bei dem man registriert ist, erhält man personalisierte Angebote auf Wearable oder Smartphone.

Das schon seit Längerem diskutierte Thema Connected Car wird 2015 noch mehr in den Focus rücken, wenn sich die Gerüchte um das Apple-Auto bewahrheiten. Da aber die Entwicklungszeiten von neuen Modellen und Serien zwischen drei bis sieben Jahre liegen, steht der praktische Einzug in den Straßenverkehr in diesem Jahr sich noch nicht an.

Das Dauerthema Datenschutz

Die Datenauswertung wird nicht nur im kommerziellen Bereich immer umfangreicher. Auch in der Gesundheit nimmt sie zu und bietet neue Möglichkeiten. Man redet von Selbstvermessung oder datenbasierter Selbstoptimierung, und die dient nicht nur der Überprüfung der Kondition von Sportlern. Sie ermöglicht es Krankenkassen, maßgeschneiderte Tarife und Bonusprogramme anzubieten. Allerdings ist Gesundheit ein sensibler Bereich, Datenschutz eine große Herausforderung.

Überhaupt verhalten sich die Deutschen im Internet schizophren. Einerseits fürchten sie Schnüffelei und Datenkraken, andererseits wissen sie nicht was Cookies tun oder was Referral-Links sind. Sie schützen ihre Daten mit läppischen Passwörtern. Je mehr sie über Browser- und App-Einstellungen lernen und sie nutzen, desto wichtiger wird es für Marketing-Experten werden, diese Bedürfnisse zu akzeptieren und Kampagnen entsprechend auszurichten. Der Konsument lässt sich nicht zu seinem Glück zwingen.

Digitale Abstinenz – Informationen in der richtigen Dosierung

Für einige Menschen ist das Bedürfnis, immer und überall online und erreichbar zu sein, inzwischen stark abgekühlt. Der weit verbreitete Gebrauch von Ad-Blockern ist nur das offensichtlichste Indiz. Ein Beispiel: In den USA gibt es Digital-Detox-Urlaube, in denen man in technikfreien Zonen digital entgiftet. Um diese Skeptiker zu erreichen, wird die Reduzierung wichtig werden: Man muss Informationen dosieren, damit sie relevant bleiben.

Welcher Trend spielt für Ihre digitale Strategie eine Rolle?

Der Report spricht viele interessante Punkte an. Doch wie können Sie diese für Ihre Digitalstrategie nutzen? Wir bei TESTROOM haben die Experten und die Erfahrung, um Trends für Ihre Bedürfnisse auszuwerten und eine Anpassung Ihrer Strategie kompetent umzusetzen. Sprechen Sie mit uns, welche Trends 2015 für Sie wichtig sind.

Foto: Thinkstock / iStock / Wavebreakmedia Ltd

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Jörg Mucke
Von Jörg Mucke März 9, 2015 Updated