Immer und überall: Neue Studie zur mobilen Internet-Nutzung – Teil 2

Gerald Engel
Von Gerald Engel Januar 16, 2015

Immer und überall: Neue Studie zur mobilen Internet-Nutzung – Teil 2

Laut einer aktuellen Studie der Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung (Agof) waren 2014 in Deutschland 34,33 Millionen Menschen mobil im Internet. Was diese und andere neue Zahlen (hier im 1. Teil der Story) für Unternehmen und ihre Marketing-Strategien bedeutet:

Die gesamte „Customer Journey“

Nimmt man die Ergebnisse, ergibt sich ein komplexes Bild. Klassische Werbung, vor allem im TV, erzeugt nach wie vor die größte Reichweite. Man muss aber zunehmend die gesamte „Customer Journey“ im Blick behalten. Eine gute Werbekampagne kann der Startpunkt sein, danach könnte eine Recherche – augenblicklich durch einen Second Screen – erfolgen. Die klassischen Einstiegskanäle sind hier die Suchmaschinen, allen voran natürlich Google. Der Austausch mit Freunden oder Familie, Erfahrungsberichte anderer Nutzer und Berichte über das Unternehmen können genauso zur Kaufentscheidung herangezogen werden. Weitere Werbeplatzierungen, um sich im richtigen Moment in Erinnerung zu rufen, können den potenziellen Kunden zusätzlich beeinflussen. Der gesamte Prozess kann dabei medien- und kanalübergreifend stattfinden.

Was müssen die Unternehmen tun?

Man muss hier zwei große Bereiche unterscheiden: Alles, was auf der eigenen Webseite passiert, sowie alles, was außerhalb der eigenen Webseite passiert.

Die Unternehmensseite

Die Anforderungen an einen modernen Webauftritt sind in den letzten Jahren enorm gestiegen. Im Zentrum sollten hier Informationen stehen, die Produkte sollten ausführlich beschrieben werden – wo liegen die Vorteile, für wen sind sie geeignet, gibt es etwas zu beachten. Das Motto sollte hier „Tue Gutes und sprich darüber“ sein. Das herstellende Unternehmen muss die Informationshoheit über die Produkte haben – wer sonst kann die eigenen Produkte und deren Nutzen besser beschreiben. Auf der Webseite können auch Kundenerfahrungen veröffentlicht werden.

Neben den reinen Produktinformationen werden nutzwertige Inhalte rund um die Produktwelt zunehmend wichtiger. Die Expertise zu einem Thema sollte hier klar ersichtlich werden. Stellt man zum Beispiel Shampoo her, ist es auch glaubwürdig, über Frisurentrends zu sprechen. Ist man Mode-Händler, kann man einen StyleGuide bereitstellen. Ratgeber- und Infotainment-Inhalte schaffen Glaubwürdigkeit, Reputation und sorgen für neue Besucher.

Die Webseite muss dabei auch technisch Schritt halten, es muss selbstverständlich eine mobile Version geben. Die Seite sollte schnell laden, die Nutzerführung muss übersichtlich sein. Die Inhalte sollten klar strukturiert und untereinander verknüpft sein. Multimedia-Inhalte wie Grafiken/Fotos, interaktive Infografiken, Videos oder Spiele sollten möglich sein.

Mögliche Kontakte während der Customer Journey

Die meisten Recherchen starten über die großen Suchmaschinen. Dabei ist es unerheblich, ob die Recherche über einen konkreten Bedarf, eine erfolgreiche Content-Marketing-Kampagne oder etwa Werbung angestoßen wurde. Die Unternehmensseite muss bei Google gut gelistet sein. Das heißt, sowohl SEO als auch SEA sollten Bestandteil des Onlinemarketing-Mixes sein.

Es gibt einige große Plattformen, um Unternehmen oder Produkte zu bewerten und Erfahrungsberichte zu schreiben. Viele dieser Plattformen bieten die Möglichkeit, als Unternehmen präsent zu sein und ebenfalls Bewertungen zu kommentieren oder Feedback zu geben. Darüber hinaus sollte es, vor allem für Onlineshops, ein Bewertungsmanagement geben, das Nutzer animiert (positive) Bewertungen abzugeben und diese allgemein überwacht. Kundenbewertungen auf der eigenen Unternehmensseite sind ebenfalls geeignet, um auch in dem Kauf- bzw. Entscheidungsprozess aufzutauchen.

Der Austausch mit Freunden und Familie kann auch in sozialen Netzwerken stattfinden, ebenso Teile der Recherche zu Marken oder Produkten. Ein professioneller Auftritt mit relevanten Informationen, sowie einer engen Verknüpfung zur eigenen Seite sollte selbstverständlich sein. Da insbesondere Facebook auch einen Rückkanal darstellt, sollte sich ein festes Team um die Anliegen der Nutzer und Kunden kümmern.

Experten und Prominente als Markenbotschafter

Berichte über das Produkt oder das Unternehmen in den klassischen Medien können zur Kaufentscheidung beitragen. Eine moderne (Online-)PR Arbeit ist daher extrem hilfreich. Sie trägt nicht nur zur Glaubwürdigkeit und Seriosität bei, gute Geschichten können Kunden überzeugen. So können beispielsweise Interviews mit Experten oder Prominenten positiv auf das Image abstrahlen.

Klassische Display oder Retargeting-Kampagnen sorgen dafür, dass der potenzielle Kunde laufend an die Marke erinnert wird. Die Anzeigen werden dabei oft auf unterschiedlichen Portalen ausgespielt und erzeugen viele Kontakte (auch ohne Klick).

Fazit: Der Kunde muss abgeholt werden

Der moderne Nutzer und potenzielle Kunde weist ein komplexes Nutzungsverhalten auf. Der Entscheidungsprozess kann zu jeder Zeit, in jedem Medium und auf unterschiedlichen Geräten angestoßen werden. Es ist daher essentiell, an den richtigen Stellen aufzutreten und die einzelnen Kanäle, z.B. den eigenen Webauftritt (klassisch und mobil), SEO/SEA, Social Media, Online PR und (Online-)Kampagnen aufeinander und auf die Ziele des Unternehmens abzustimmen. Betrachtet man die Kanäle isoliert, verschenkt man Potenziale. Eine integrierte Digitalstrategie ist dabei wesentlich effizienter als nicht abgestimmtes Vorgehen in den einzelnen Kanälen. Hier ist eine genau auf dieses Thema spezialisierte Agentur wie TESTROOM ein verlässlicher Partner.

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Gerald Engel
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Artikelbild: Thinkstock, iStock, VLADGRIN

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