Kommentar
Windows 10 – Die Wiederankunft des Messias naht

Matthias Lotzin
Von Matthias Lotzin Januar 27, 2015

<em>Kommentar</em> </br>Windows 10 – Die Wiederankunft des Messias naht

Eigentlich eine clevere Strategie von Microsoft: Das Unternehmen bringt ein mieses Betriebssystem auf den Markt und erntet dafür haufenweise Spott und Kritik – weiß aber auch: Die nächste Version wird Begeisterungsstürme hervorrufen, wenn nur die übelsten Kinken der vergrützten Fassung wieder ausgemerzt sind. So kann sich der Konzern sicher sein, dass zumindest jede zweite Version seines Betriebssystems zum durchschlagenden Erfolg gerät. Eines wird verrissen, das nächste abgefeiert. So geschehen beim unsäglichen Windows Vista, dessen unspektakulärer, aber solider Nachfolger Windows 7 schon deswegen Jubelhymnen einheimsen konnte, weil mit ihm Vista endlich in der Versenkung verschwand. Gleiches gilt für Windows 8 und 10.

Microsoft war gefordert – und hat geliefert

Nach dem Erfolg von Windows 7 waren die Entwickler von Microsoft wieder gefordert – und lieferten ein Glanzstück ab. Sie vergurkten Windows 8 dermaßen, dass wir alle sehnlichst auf den Nachfolger warten. Dass dabei die Versionsnummer 9 ausgelassen wird, folgt einer Microsoft-internen Logik, die Normalsterblichen nicht verständlich ist – die aber auch nicht Gegenstand des hier Geschriebenen sein soll.

Denn die Strategie von Microsoft geht erneut aufs Prächtigste auf, egal ob Windows 10 nun Windows 10 oder Windows 9 heißt. Was sind schon Namen im Vergleich zur Rückkehr des Startmenüs, dessen Wiedereinführung uns wie das erneute Erscheinen des Messias erscheinen muss.

The Return of the „fabelhafte Startmenü“

Der Messias ist nun da, allerdings noch nicht so richtig, sondern nur vorab – in Form der neuen Vorabversion von Windows 10, bei der nun ja auch private Anwender ganz auf ihre Kosten kommen. Das Startmenü war zwar schon in der ersten Vorschauversion mit von der Partie, aber es ist immer noch da. Das ist die Hauptsache.

Wir laden jetzt die neue Vorabversion herunter (und schießen uns mit Pech den Rechner ab) oder auch nicht und warten auf die endgültige Wiederankunft des glorreichen Startmenüs im Herbst diesen Jahres. Bei aller Vorfreude auf das neue Windows graut es uns aber auch schon vor dessen Nachfolger. Wenn Microsoft bei seiner Erfolgsstrategie bleibt – wovon wir mal ausgehen wollen – wird Windows 11 oder auch 12 (was sind schon Namen) wieder ein Schlag ins digitale Genick. Aber so richtig.

Foto: Microsoft

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