Zwei neue US-Serien feiern die Start-up-Welt – welche ist besser?

Marcus Müntefering
Von Marcus Müntefering November 25, 2014

Zwei neue US-Serien feiern die Start-up-Welt – welche ist besser?

Bei Sky ist momentan die neue HBO-Serie „Silicon Valley“ zu sehen, Amazon zeigt seinen Prime-Kunden das selbst produzierte „Betas“.

Im Silicon Valley gehen die Uhren anders (und das hat nicht nur damit zu tun, dass Acht-Stunden-Arbeitstage unbekannt sind). Hier haben Menschen das Sagen, die bislang im Leben höchstens belächelt wurden: die Nerds. Für Nicht-Tekkies: Das sind die entweder sehr dünnen oder sehr dicken (je nachdem ob sie von Coke Zero oder von Junk Food leben) blassen jungen Männer, die rund um die Uhr vor ihrem Computer (oder Tablet/Smartphone) sitzen und programmieren. Und die, wenn sie mal in der Öffentlichkeit auftauchen, seltsamerweise oft in Fünfergruppen unterwegs sind.

Letzteres ist jedenfalls eine Erkenntnis, die der CEO Gavin Belson eines Tages beim Blick aus seinem Fenster gewinnt. Belson ist so etwas wie der Bösewicht der neuen HBO-Serie „Silicon Valley“, die in Deutschland momentan bei Sky Atlantic gezeigt wird. Er will sich einen genialen Algorithmus unter den Nagel reißen, den der schlaksige wie schüchterne Programmierer Richard Henriks entwickelt hat. Doch Henriks und seine nicht minder nerdigen Kumpel (darunter ein illegaler Einwanderer (aus Kanada!) und ein Silicon-Valley-Urgestein – was so viel heißt wie: Er ist schon über 30) wollen trotz eines Zehn-Millionen-Angebots nicht verkaufen, was zu großen Verwirrungen führt. Denn der CEO, der ihnen eigentlich helfen sollte, denkt gar nicht daran, den unbedarften Nerds beim Erstellen eines Businessplans zur Seite zu stehen.

Businessplan – was ist das?

Die Serie „Silicon Valley“ zeichnet ein nur leicht übertriebenes Bild von den Verhältnissen und setzt vor allem auf zurückhaltenden Humor. Dabei schlägt Serienschöpfer Mike Judge wesentlich zartere Töne an als bei früheren Projekten wie „Beavis and Butthead“, „South Park“ oder „Jackass“. Er macht sich nicht lustig über seine manchmal erschreckend hilflosen Figuren, sondern behandelt sie mit Respekt. Eine Serie, die eher zum Schmunzeln als zum Brüllen ist und bei den Kritikern bestens ankommt.

Deutlich besser jedenfalls als das Pendant, das Amazon produziert hat und das in Deutschland allen Prime-Kunden ohne Zusatzkosten zur Verfügung steht. Auch hier geht es um fünf Nerds (hier ist allerdings ein weiblicher dabei und einer, der etwas von Finanzen zu verstehen glaubt), die mit ihrer Idee (eine Dating-Website) das ganz große Geld machen wollen. Irgendwie ist bei dieser Serie alles etwas grob gestrickter und weniger liebenswert als bei „Silicon Valley“. Trotzdem bietet auch Betas recht ordentliche Unterhaltung und einen spannenden Einblick in die seltsame Welt der Nerds, CEOs und Venture Capitalists, wo ein dürrer Programmierer aus einem Nest irgendwo im Nichts über Nacht zum millionenschweren Entrepreneur werden kann.

Screenshot: hbo.com

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